Willkommen in der Galerie Alte Feuerwache

Wir begrüßen Sie auf den Webseiten der Galerie Alte Feuerwache in Göttingen.


Der Stille Augenblick

Collagen von Jens Thiele

Vernissage: Sonntag, 01.September 2019, 12 Uhr

Dauer der Ausstellung: So. 01.09. bis Fr. 20.09.2019
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-12 und 15-18 Uhr  So: 11-13 Uhr


Jens Thiele, geboren 1944 in Potsdam, wuchs in Göttingen auf
und begann hier das Studium der Kunstwissenschaft.
An der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
studierte er freie Grafik bei Malte Sartorius.
In Göttingen schloss er sein kunstpädagogisches Studium ab,
arbeitete drei Jahre als Kunsterzieher am Felix-Klein-Gymnasium
und promovierte 1974 an der Georg-August-Universität in Kunstwissenschaft. Seine wissenschaftliche Karriere
begann an der Bergischen Universität Wuppertal.
Von dort wechselte er 1980 an die Universität Oldenburg,
wo er bis 2008 als Professor für visuelle Medien lehrte und die Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur leitete.
Erst 2004 begann er wieder mit der eigenen künstlerischen Arbeit
und widmet sich seitdem vor allem der Collage.
Seit 2009 arbeitet Jens Thiele in seinem Atelier in Münster.

In den vergangenen Jahren hatte er zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen.
Mit der Ausstellung in der Galerie Alte Feuerwache ist er mit seinen Bildern nach rund 40 Jahren wieder am Ort seiner Kindheit und Jugend vertreten.

Jens Thiele arbeitet ausschließlich mit geschnittenen und gerissenen Papieren. Seine Collagen, die sich aus hunderten von Papierschnipseln zusammensetzen, wirken erstaunlicherweise wie Malerei. Jens Thiele strebt danach, mit der Collage Flächen zu modulieren, Schatten- und Lichtpartien zu gestalten und Gesichtern Plastizität zu verleihen. Als Material verwendet er Papierteile aus Lifestyle-, Mode- und Kunstzeitschriften.

Die in dieser Ausstellung präsentierten Arbeiten sind Bilder des eingefangenen Augenblicks. Ob verlassene Räume oder Porträts – es entsteht der Eindruck, dass die Zeit in den Bildern zum Stillstand kommt und die dargestellten Szenen eingefroren sind. Diese stille Wirkung zeigt sich vor allem im Hauptthema der Ausstellung, in den Gesichtern der in sich versunkenen, nachdenklichen und melancholischen Figuren.

In Thieles Bildern bleibt die Materialität der Collage aber trotz malerischer Wirkungen sichtbar. Die Schnittkanten und Risslinien der Collagetechnik werden als bewusste künstlerische Störungen verstanden, die den Motiven eine gewisse Irritation, Fremdheit und Verletzlichkeit verleihen.